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Von Glenn Hovemann, veröffentlicht in der July/August Ausgabe des Miracles Magazins

Verschiedene Lehrer von „Ein Kurs in Wundern“ haben vor kurzem Texte verbreitet und erneut veröffentlicht, in denen „Ein Kurs in Wundern“ (EKIW) mit „Ein Kurs der Liebe“ (EKdL) verglichen wird, wobei behauptet wird, letzterer stelle einen „Rückschritt“ und einen „Versuch dar, einen gewissen Wert für das individuelle Selbst und den Körper zu bewahren“.

Das hat mich überrascht, aber ich beteilige mich gerne an einem Gespräch, das zu einem besseren Verständnis führt. Es ist eine Gelegenheit für einen Dialog zum Thema Liebe.

Vor fünfzig Jahren diktierte Jesus Helen Schucman 1.250 außergewöhnliche Seiten. Als EKIW 1978 in mein Leben trat, wusste ich tief in meinem Inneren, dass das, was ich da las, wahr war. Im Laufe der Jahre löste das Buch eine spirituelle Revolution aus.

Warum also Mari Perron weitere 700 Seiten diktieren? Warum hat Er dem Buch einen so ähnlichen Titel gegeben: „Ein Kurs der Liebe“? Warum hat er es als „Fortsetzung“ bezeichnet? Und da EKdL offensichtlich keine bloße Umformulierung von EKIW ist, was passiert da?

Bevor wir versuchen, diese Fragen zu beantworten, kann es hilfreich sein, sich zu vergegenwärtigen, dass die beiden Kurse in verschiedener Hinsicht eng miteinander verbunden sind.

In beiden Kursen präsentiert sich Jesus als die Quelle. Die beiden Frauen, Helen Schucman und Mari Perron, beschreiben außergewöhnliche Ereignisse rund um die Übermittlung. Keine der beiden hätte ein solches Werk aus eigener Kraft verfassen können.

Letztendlich hängt die Authentizität eines gechannelten Textes – oder jeder spirituellen Lehre – von einem inneren Wissen ab. Nach meiner Erfahrung akzeptiere ich EKIW und EKdL als gleich authentisch. Mehr und mehr tun dies Tausende andere auch.

Beide Kurse gehören derselben Tradition an. Beide verwenden identische Fachterminologie, um ihre entscheidenden Themen zu vermitteln. Beide beschreiben, wie das Ego seine Welt durch „Projektion“ „erschafft“, während der Geist durch „Ausdehnung“ „erschafft“.

Ebenso besteht die Lösung für die Sünde in EKIW darin, „dem Sohn Gottes das zu vergeben, was er nicht getan hat“. EKdL drückt dies so aus: Wahre Vergebung blickt einfach über die Illusion hinaus auf die Wahrheit, wo es keine Sünde zu vergeben und kein Vergehen zu entschuldigen gibt. (C:16.12)

Beide Kurse bekräftigen, dass wir Ideen Gottes sind, einschließlich der Idee, dass Gott der Vater selbst eine Idee ist.

EKIW: „Was euch schwerfällt zu akzeptieren, ist die Tatsache, dass ihr, wie euer Vater, eine Idee seid. 

EKdL: Gott hat euch mit einem Gedanken oder einer Idee erschaffen …und ihr habt das Ego mit einem Gedanken oder einer Idee erschaffen. (T3:7.2) Wie wir wissen, verlassen Ideen ihre Quelle nicht.

Beide Kurse sprechen von Christus als der Identität, die wir teilen.

EKIW: „Christus ist der Sohn Gottes, wie Er ihn erschaffen hat. Er ist das Selbst, das wir teilen.“

EKdL: Der Christus in euch ist eure gemeinsame Identität. Beide sprechen auch von der großen Vielfalt der Schöpfung. EKIW „Die Schöpfung ist die Summe aller Gedanken Gottes, deren Zahl unendlich ist und ohne Grenzen.“

EKdL: Die Ausdrucksformen der Liebe sind ebenso unzählbar wie die Sterne im Universum, ebenso überbordend wie schön, so schillernd wie die Juwelen der Erde. Ich sage es noch einmal, Gleichheit ist nicht eine Verurteilung zu Mittelmäßigkeit und Uniformität. Du bist ein einzigartiger Ausdruck derselben Liebe, die in der gesamten Schöpfung gegenwärtig ist. Diese Bedeutungen sind in beiden Kursen identisch und grundlegend.

Der ursprüngliche Kurs hat sich nie als das letzte Wort präsentiert. Im Nachwort des Lehrbuchs steht geschrieben:

„Dieser Kurs ist ein Anfang, kein Ende. Und, sich auf den Heiligen Geist beziehend, fügt er hinzu, „Und jetzt gebe ich dich in Seine Hände, um sein treuer Jünger zu sein… Lass ihn dich weiter an die Hand nehmen.“

Vor fünfzig Jahren war das Ego-Bewusstsein tief verwurzelt. EKIW kam und vollzog die wesentliche Arbeit. Laut EKdL hat der erste Kurs eine Tür geöffnet, indem er das Ego bedrohte. Die Arbeit ist jedoch noch nicht abgeschlossen, da wir unsere Identität als Christus noch nicht vollständig angenommen haben. Wir haben es noch vor uns, unsere Vollendung ganz zu akzeptieren - und zu erfahren. Anders gesagt: Wir haben das Lernen noch nicht hinter uns gelassen.

Das Lernen zu überwinden, war das Ziel, das sich EKIW gesetzt hatte. 

Wie es Lektion 169 sagt: „Der letzte Schritt muss über das Lernen hinausgehen.“ Was über das Lernen hinausgeht, sagt der Kurs, ist Gnade, das Wissen, das wir erreichen, indem wir die Liebe Gottes annehmen. 

EKdL erklärt, dass wir, solange wir weiterhin mit Anstrengung versuchen zu lernen, was nicht gelernt werden kann, und uns weiterhin als Schüler sehen, die etwas erlangen wollen, was sie noch nicht haben, können wir die Einheit, in der wir existieren, nicht erkennen.

Fortzufahren mit einem Lernmuster, das uns einst diente, und unser Versagen, das Eins-Sein anzunehmen, ist der einzige Grund für die Fortführung der Kursarbeit, die der Kurs in Wundern zur Verfügung gestellt hat.

Wie viele Menschen widmen sich seit Jahren ernsthaft dem Studium des Kurses? Ich bin lange Zeit einer von ihnen gewesen. Aber ich muss zugeben, dass trotz jahrelanger Studien, Gebeten, auch einer gewissen inneren Ruhe und einem größerem Frieden, das Gefühl blieb, dass „etwas fehlt“. Vom Kindergarten bis zum Studium sind wir darauf trainiert, Schüler zu sein. Bildung hat bei uns ein sehr hohes Ansehen. Leider sind es jedoch nicht die Kenntnisse, die uns nach Hause bringen. Es ist die Erkenntnis, es ist die Erfahrung, die uns den Weg weisen.

Der neue Kurs von Jesus richtet sich nicht an den Geist, den wir so oft mit Lernen gleichsetzen, sondern an das Herz, das bereits weiß. Erforderlich ist nicht Anstrengung und Denken, sondern Gefühl, Leichtigkeit und eine direkte Beziehung. Diese Art von entspanntem Lernen und Fühlen ist anders als das, was wir gewöhnt sind. 

EKdL ist eine spirituelle Übermittlung in Buchform. Sei darauf vorbereitet, es mit einem anderen Ansatz zu lesen, einer anderen Herangehensweise. Wenn ihr es wie ein intellektuelles Handbuch behandelt, wenn der Kopf den Weg weist, dann bringt es nichts.

Wenn wir den EKdL vom Verstand her betrachten, mit den Augen im Rückspiegel, um ihn mit dem EKIW zu vergleichen, könnte uns das verwirren. Immer wieder bittet uns Jesus im EKdL, wie z. B. in diesem Absatz: Achtet auf euer Herz, denn dort tritt dieses Lernen ein und wird bleiben. Dein Herz ist jetzt deine Augen und deine Ohren… Die einzige Änderung im Denken, die von dir erbeten wird, ist, zu erkennen, dass du es nicht brauchst. Kurs:3.14

EKdL richtet sich nicht an das Ego-Bewusstsein. Das wäre sinnlos. Er spricht auch nicht den reinen Geist an, der keine Anleitung braucht. Stattdessen ist er an den „Christus in dir“ gerichtet, um das vergessene Christus-Bewusstsein zu erwecken.

Es ist der Christus in dir, der in der menschlichen Form fähig ist zu lernen, was es bedeutet, ein Kind Gottes zu sein. Es erfordert allerdings beachtliche Bereitschaft, tief in einen weiteren Kurs einzutauchen, mit einem Geist, der zumindest vorübergehend, Bewertungen außen vor lassen kann, um zu sagen: „Ich weiß es nicht.“ 

Mit diesem Verständnis lasst uns für diejenigen, die vergleichen und abgrenzen möchten, genauer auf die aufgeworfenen Fragen eingehen. Auf einer Ebene lautet die Schlüsselfrage, ob EKdL ein Versuch ist, den Wert des Egos zu bewahren. Auf einer tieferen Ebene geht es darum, ob EKIW und EKdL sich darüber einig sind, was uns auf ewig angeboten wird, jenseits jeglichen Lernens.

Die Vereinigung von Himmel und Erde war schon immer das Ziel Jesu, wie in seinem Gebet: „Dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“ EKIW bekräftigt: „Himmel und Erde werden vergehen“ bedeutet, dass sie nicht als getrennte Zustände weiterbestehen werden. Es wird jedoch nicht genau erklärt, wie sie in vereinigter Form weiterbestehen werden.

EKIW wird oft so interpretiert, als behaupte er, dass jede Form eine Illusion sei, was nahelegt, dass die Erde einfach verschwinden wird, ohne sich mit dem Himmel zu vereinen. EKdL hingegen bekräftigt eindeutig, dass die Form eine wichtige und fortdauernde Rolle in der Sühne einnimmt und dass es eine Fehlinterpretation sei, jede Form als illusorisch anzusehen - die Form an sich ist neutral; es ist die falsche Wahrnehmung der Form, die eine Illusion ist.

  • Der Verstand hat sich zwischen euch und euer inneres Wissen gestellt, gefangen in einem Traum der Wahrnehmung. A.19
  • Eure Wahrnehmung hat eine unwirkliche Realität der Trennung und der Lieblosigkeit geschaffen, die oft als Hölle, oder Hölle auf Erden bezeichnet wurde. D:Tag 16.15
  • Das Christusbewusstsein ersetzt die Wahrnehmung durch Erkenntnis. D:Tag 12.7
  • Wahres Sehen sieht das ewige Leben dort, wo die Wahrnehmung nichts als ein begrenztes Leben und sterbliche Körper sah. A 4:4.14

Wie die Studenten von EKIW wissen, nutzt dieser Kurs oft den Vergleich als Lehrmittel: immer wieder vergleicht er das Reale und das Unwirkliche, das Falsche mit dem Wahren und die Angst mit der Liebe, um den Wahnsinn der Wahrnehmung des Egos zu demonstrieren.

Im EKdL spricht Jesus von seinem früheren Lehrstil und sagt: Für einige von euch mag diese Wiederholung der Eigenschaften des Falschen, die zuvor hilfreich war beim Lernen (in ACIM), nun zu einem Hindernis werden, wenn ihr euch an Ideen klammert, die falsche Darstellungen betreffen, anstatt sie loszulassen und die richtigen Konzepte zu umarmen. 

In der Zeit des Lernens warst du so eingefangen in deinen falschen Überzeugungen, dass ihr Wahnsinn immer wieder betont werden musste.

Aber, da wir jetzt in die neue Zeit der erhöhten Form eintreten, müssen diese Ideen - Ideen, die viele von euch mit der Form verbunden haben, anstatt mit eurer Wahrnehmung der Form - abgelehnt werden. 

EKdL lehrt, dass die Form - da sie an sich neutral ist - entweder eine falsche Darstellung (Ego) oder eine wahre Darstellung (Christusbewusstsein) ist. Wie auch immer, die Form ist schlichtweg eine Repräsentation der Bedeutung, die man ihr gibt. Die falsche Annahme des Ego als das selbst, ist das, was diese Welt, wie du sie siehst, hat entstehen lassen. Eine wahre Repräsentation des SELBST…wird zu wirklichem Sehen führen und damit zu einer neuen Welt. Der Körper ist nicht das, was wir sind („Ich bin nicht mein Körper“), aber er kann den Christus auf Erden repräsentieren, offenbaren. Dieses Wunder wird eine neue Epoche einleiten, in der nur Gottes Gesetze gelten, auch auf der körperlichen Ebene.  

Diese Ideen sind EKIW nicht fremd, der sagt:

  •  „Es ist Seine Heiligkeit, die den Himmel erleuchtet und es ist der reine Widerschein des Lichtes von oben auf die Erde, wodurch Erde und Himmel als Eins verschmelzen.“
  • „Du bist der heilige SOHN GOTTES SELBST. Erinnere dich daran, und alle Welt ist frei. Erinnere dich daran, und Erde und Himmel sind Eins.“

Natürlich gibt es mögliche Unklarheiten zwischen den beiden Kursen. Zum Beispiel sagt EKIW, „dass die scheinbare ‚Realität‘ des Todes auf dem Glauben beruht, dass der Sohn Gottes ein Körper ist. Und wenn Gott Körper kreiert hätte, wäre der Tod tatsächlich real. Aber das wäre kein liebender Gott.“ In der Wahrnehmung des Ego scheint der Tod sehr real zu sein, aber in Wahrheit ist er eine Illusion. Christus jedoch – wie Jesus mit der Auferstehung gezeigt hat – ist dem Tod nicht unterlegen und er ist keine Illusion. Es ist das Christus-Selbst, auf das EKdL sich verschiedentlich bezieht, als „Geist in Gestalt wiedererstanden, die Auferstehung des Körpers, oder, meistens einfach, als „das erhobene Selbst in der Form.“

Meiner Meinung nach widerspricht EKdL nicht EKIW, sondern bietet zusätzliche Perspektiven, die ein tieferes Verständnis ermöglichen. Eine dieser Perspektiven betrifft den Körper und seine physische Bedingtheit:

Sie lädt ein zu einer Erfahrung der Wahrheit – Freiheit, Freude, Licht – die nur dann gelebt werden kann, wenn wir wissen, dass wir NICHT der Körper sind… auch wenn wir einen haben. Der Körper wird dann zu einem Verbündeten.

Während ich dies schreibe, bin ich mir sehr der Grenzen der Worte bewusst.

Ich habe versucht, einen offensichtlichen Widerspruch aufzulösen, indem ich die Werkzeuge des „alten Bewusstseins“, des gewohnheitsmässigen Verstandes, benutze, desjenigen, der ständig vergleicht und interpretiert, der Geist, der fortwährend nach etwas sucht. Auf einen besseren Weg kann jedoch hingewiesen werden, nämlich den, den Jesus im Detail als die Kunst des Denkens beschreibt. Es IST das Wunder, anders zu sehen.

Jesus wünscht sich von ganzem Herzen, dass wir uns für das Christusbewusstsein, für die Erfahrung von Einheit, entscheiden, jetzt - in diesem Leben.

Seit ich in das Studium des EKdL eingetaucht bin, und mit jedem Lesen habe ich ein spürbares Gefühl von Jesus’ Entzücken, dass seine Mission einen Höhepunkt erreicht, einen Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt.

Wir stehen am Scheitelpunkt von etwas grundlegend Neuem, etwas, was die Erde niemals zuvor gesehen hat. Mit dem EKdL präsentiert er uns einen Zugang zur Liebe – einer Liebe, die nicht gelehrt, sondern nur als unsere wahre Identität gelebt und geteilt werden kann. So gewinnen seine Kurse an Kraft und Schönheit.

Der Kurs der Liebe lässt keinen Raum für das Ego. Er ruft uns zu unserem Erbe auf, das jenseits des Ego liegt. Behaupte ich, dass EKdL ein notwendiger Schritt für alle EKIW-Studierenden ist? Nein - ich schlage lediglich vor, dass jeder, der auf der Suche nach der Wahrheit ist, für sich selbst entscheidet, geleitet eher vom Herzen als vom Verstand.

Glenn Hovemann, seit 1978 EKIW Studierender, ist Verleger von Take Heart Publications, dem Verlag von „Ein Kurs der Liebe“. Dank an Laurel Elstrom, Celia Hales, Heather Holmes, Michael Mark, Mari Perron und Christina Strutt für ihre großzügige Hilfe und Ermutigung beim Verfassen dieses Artikels.

„Für diejenigen, die bereit sind, einen neuen Weg einzuschlagen, ist die Zeit des Kämpfens vorbei. Sie wollen sich nicht mehr auf Debatten einlassen oder beweisen, dass sie Recht oder Unrecht haben. Sie wollen keine Beweise für diesen oder jenen Ansatz mehr hören. Sie sind der Wege des denkenden Geistes müde. Sie sind bereit, nach Hause zu gehen, indem sie dem Weg des Herzens folgen.“

- Ein Kurs der Liebe